„Auf einem Baum im Waldkindergarten, da sitzt ne kleine Nachtigall und die singt lalala hey“, stimmte Hannah Gleißberg aus dem Leitungsteam einen Refrain an. Aufgeteilt auf drei Gruppen steuerten anschließend die Erzieherinnen und Erzieher unter dem Motto „Selbst etwas Schönes erleben“ das Gros der rund 250 Tiere der beiden kooperierenden Höfe, darunter Lamas, Ziegen, Schafe, Esel, Zwergzebus und Yaks, an, die an mehreren Standorten in Breitenborn und Gettenbach versorgt werden. Anja Kaindl, die zusammen mit ihrem Mann Thomas und allen Tieren aus der Nähe von Augsburg Ende letzten Jahres nach Breitenborn übergesiedelt war, führte ihre Gruppe auf die knapp 4.000 Quadratmeter naturbelassenen Weideflächen hinter ihrem Wohnhaus, auf denen 28 Hühner, acht Meerschweinchen, zwölf Ziegen, acht Schweine, drei Kängurus und zwei Emus leben. Insbesondere Lamas, von denen sich rund 50 in vier verschiedenen Herden zusammenfinden, und Alpakas haben es den beiden, die ihre Ausbildung im Münchner Tierpark Hellabrunn absolviert und viele Jahre dort tätig waren, angetan.
„Schon im Kindergarten wusste ich, dass ich Tierpflegerin werden und bald darauf auch, dass ich ein Lama haben möchte“, erinnert sich die im nahe des Bodensees gelegenen österreichischen Dornbirn aufgewachsene Kaindl. Die Besuche im Stuttgarter Zoo Wilhelma verstärkten ihr Bild vom Traumberuf ebenso wie die Kurzfilme des SWR über das Leben der Tiere und Pfleger im Stuttgarter Zoo. Nach der erfolgreichen Ausbildung folgten den fünf Jahren im Affenhaus zwei Jahre die Begleitung von Eisbären, Pinguinen und Robben, ehe sie als Bereichsleiterin für rund die Hälfte des Zoos Verantwortung übernahm. „So stellen wir uns ein Drachenei vor“, ist die Antwort vieler Kinder, wenn sie erstmals das riesige Ei eines Emus sehen. „Rund zehn Hühnereier passen in das durch seine grüne Farbe gut im Gras getarnte Ei des australischen Laufvogels“, verrät Kaindl, aber auch, dass die Henne während der Sommerzeit in Down Under, die von Dezember bis März reicht, bis zu 15 Eier ins Nest legt, während der Hahn sie ungefähr 60 Tage bebrütet und auch den Nachwuchs groß zieht. Nicht nur wegen des hohen Gewichts, sondern auch wegen der ausgedünnten Federn ist ein Fliegen für Emus, die sich in einem kräftesparenden Trott fortbewegen, nicht möglich.